Neben einer breiten Palette an möglichen Tests, das Sozialverhalten von Welpen zu analysieren und die zukünftige soziale Entwicklung des Hundes vorherzusagen, bietet der 1975 entwickelte Campbell-Test, benannt nach seinem Entwickler, einem kalifornischen Professor der Tiermedizin, ein differenziertes Analysebild eines Welpen. Der Campbell-Test wird mit Vollendung der sechsten Lebenswoche durchgeführt.

Wir werden diesen Test in der siebten Lebenswoche durchführen und Ihnen damit die Wahl Ihres Welpen aus unserem Wurf etwas leichter gestalten. Auch gerade, damit Sie sich auf Ihr zukünftiges Familienmitglied einstellen können. Es gilt jedoch, zu verstehen, dass dieser Test wie jeder andere nur aktuelle Zustände aufgreift und die Umstände des Aufwachsens und das soziale Gefüge, in dem sich der Hund bewegt, zu jeder Zeit Einfluss auf sein Verhalten und seine Sozialisierung haben. Das bedeutet, Sie können zu jedem Zeitpunkt durch die richtige Erziehung negative dominante Eigenschaften eindämmen bzw. positive Eigenschaften bestärken. Das Prinzip der Tabula Rasa gilt nicht nur für den Menschen sondern sehr wohl auch für den Hund.
Im Folgenden sehen Sie eine Aufschlüsselung der fünf Komponenten des Campbell-Tests:
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Anziehungs- oder Attraktionstest
Der Tester setzt den Welpen vorsichtig auf die Erde, entfernt sich ein paar Meter. Er klatscht leicht in die Hände und beobachtet das Verhalten des Tieres. 1. Er kommt sofort angelaufen, die Rute ist hochgestellt, springt an Ihnen hoch und knabbert an Ihren Händen. 2. Er kommt sofort angelaufen, die Rute ist hochgestellt, kratzt mit seinen Pfoten an Ihren Händen. 3. Er kommt sofort angelaufen und wedelt dabei mit dem Schwanz. 4. Er kommt zögerlich, lässt den Schwanz hängen. 5. Er kommt nicht. |
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Test zur Prüfung der Dominanzakzeptanz
Der Tester positioniert den Welpen in Sphinx-Haltung, streichelt ihn und übt dabei Druck auf Kopf und Rücken aus. 1. Er wehrt sich mit der Pfote, dreht sich knurrend um und beißt. 2. Er wehrt sich und dreht sich um, versucht Sie zu kratzen. 3. Er wehrt sich, beruhigt sich und leckt Ihre Hände ab. 4. Er dreht sich auf den Rücken und leckt Ihre Hände ab. 5. Er entfernt sich. |
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Test zur Prüfung der Fähigkeit, aufrecht zu stehen.
Der Tester hebt den Welpen vorne an, in dem er ihn mit beiden Hände unter dem Brustkorb fasst, und hält ihn 30 Sekunden lang aufrecht fest. 1. Er wehrt sich heftig, knurrt und beißt. 2. Er wehrt sich heftig. 3. Er wehrt sich, beruhigt sich und leckt Ihre Hände ab. 4. Er wehrt sich nicht und leckt Ihre Hände ab. 5. Er wehrt sich nicht. |
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| Test zur Prüfung der Fähigkeit, zu folgen
Der Tester erhebt sich, und bewegt sich langsam im Gesichtsfeld des Welpen. 1. Er folgt Ihnen sofort, mit erhobenem Schwanz und zwickt Sie dabei in die Beine. 2. Er reagiert ebenso, aber ohne zu beißen. 3. Er folgt Ihnen sofort, lässt dabei den Schwanz hängen. 4. Er folgt Ihnen zögerlich, lässt dabei den Schwanz hängen. 5. Er folgt Ihnen nicht, sondern entfernt sich. |
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| Unterwerfungstest
Der Tester dreht den Welpen sachte auf den Rücken, legt ihm seine Hand auf die Brust und hält ihn 30 Sekunden lang so fest. 1. Er wehrt sich heftig und beißt. 2. Er wehrt sich, bis er freikommt. 3. Er wehrt sich und beruhigt sich schließlich. 4. Er wehrt sich nicht und leckt Ihre Hände ab. 5. Er wehrt sich nicht. |
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Analyse
Bei Überwiegen von Antworten der Kategorie 1 gilt:
Der Hund ist dominant-aggressiv. Als Haustier ist er nicht zu empfehlen. Er könnte bei guter Dressur einen guten Gebrauchs- oder Wachhund abgeben.
Bei Überwiegen von Antworten der Kategorie 2 gilt:
Der Hund ist eigensinnig. Er ist ein Gebrauchshund, der eine starke Hand braucht.
Bei Überwiegen von Antworten der Kategorie 3 gilt:
Der Hund ist ausgeglichen und anpassungsfähig.
Bei Überwiegen von Antworten der Kategorie 4 gilt:
Der Hund ist unterwürfig. Er ist als Gebrauchshund nicht zu empfehlen.
Bei Überwiegen von Antworten der Kategorie 5 gilt:
Der Hund ist gehemmt. Es handelt sich um einen schlecht sozialisierten Hund, er ist unberechenbar.
Falls Ergebnisse zu widersprüchlich erscheinen, sollte der Test wiederholt werden, da möglicherweise die Bedingungen zu ungeeignet waren (zu junger Welpe, Futter, Stress, mangelnder Schlaf bzw. Müdigkeit, zu viel Ablenkung usw.).




